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porträt

"Katharina Deserno hat die seltene Fähigkeit, das tiefe eigene Erleben der von ihr interpretierten, ja personifizierten Musik mit den ihr souverän zur Verfügung stehenden instrumentalen Mitteln so auf ihre Hörer zu übertragen, als würde sie jeden einzeln ansprechen. Man muss sie hören, um sich von ihr faszinieren zu lassen." (Gerhard Mantel)

Studium und künstlerische Ausbildung
Katharina Deserno, geboren 1982 in Frankfurt am Main, war Jungstudentin bei Gerhard Mantel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Nach dem Abitur 2001 begann sie mit der Künstlerischen Ausbildung an der Musikhochschule Köln bei Maria Kliegel. 2005/2006 studierte sie als Erasmus-Sokrates-Stipendiatin am Conservatoire Nationale Supérieur de Paris in der Klasse von Phillippe Muller. Im Februar 2007 absolvierte sie ihr Künstlerisches Diplom und schloss ihre künstlerische Ausbildung erfolgreich mit dem Konzertexamen (solistische Konzertreifeprüfung) ab.
Ergänzt wurde ihr Studium durch Meister-und Kammermusikkurse bei: Siegfried Palm, durch Unterricht in zeitgenössischem Repertoire, bei Leonid Gorokov, Wolfgang Boettcher, Janos Starker/Kronberg-Meisterkurse, Artemis Quartett, Henry W. Meyer/LaSalle Quartett, Ensemble Modern und György Kurtág u.a.

Lehre
Bereits während des Studiums war Katharina Deserno als Assistentin von Prof. Maria Kliegel tätig. Seit 2008 ist sie Dozentin für Violoncello an der Musikhochschule Köln, wo sie eine eigene Celloklasse mit Studierenden aus den Studiengängen Bachelor und Master Künstlerische Instrumentalausbildung, Instrumentalpädagogik, sowie insbesondere Jungstudierende aus dem Pre-College-Cologne (Institut für Hochbegabtenförderung) unterrichtet. Viele ihrer Schülerinnen und Schüler sind mittlerweile Preisträger verschiedener nationaler und internationaler Wettbewerbe und wurden für Stipendien ausgewählt.

2015 wurde Katharina Deserno als Professorin an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst berufen.

Konzerttätigkeit und Aufnahmen
Als Solistin trat Katharina Deserno mit verschiedenen Orchestern auf (Haydn-Konzerte, Rokokovariationen von Tschaikovsky, Dvorák-Konzert, Beethoven Tripel-Konzert u.a.)
2002 spielte sie als Solistin mit dem Spanischen Nationalorchester die Uraufführung des Cellokonzerts „L'Image" von José Luís de Delás unter der Leitung von Arturo Tamayo beim Internationalen Festival für Zeitgenössische Musik in Alicante. Ab da intensive Beschäftigung mit Neuer Musik; zahlreiche Uraufführungen für sie komponierter Werke. 
Seit 2003 konzertiert sie regelmäßig im festen Duo mit dem Pianisten Nenad Lečić. Als Duo verfügen sie über ein umfangreiches Repertoire an Werken für diese Besetzung. Zu dem klassischen Repertoire fügen sie oft Neues hinzu und arbeiten mit zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten zusammen, besonders widmen sie sich in der letzten Zeit den Werken von Komponistinnen. Konzeption und Aufführung zahlreicher Konzertprogramme mit eigener Moderation („Komponistinnen des 19. Jahrhunderts“, „Reich mir die Hand mein Leben“, „Musikalische Liebeserklärungen“ u.a.)
Katharina Deserno präsentierte gemeinsam mit Nenad Lecic 2012 ihre Debüt-CD mit Werken für Cello und Klavier sowie Cello solo von Clara Schumann, Fanny Hensel, Rebecca Clarke (u.a.). Das Duo nahm eine weitere CD mit dem Titel "Fugenbrücke" auf, worauf Werke von Konrad Lang und Ludwig van Beethoven zu hören sind. (2012, Kaleidos) 2012 präsentierte das Duo u.a. Werke aus den CD-Programmen auf einer Konzertreise nach Süd-Korea, sowie in einer Porträt-Sendung in WDR3 TonArt. Beide CDs enthalten Weltersteinspielungen und wurden von verschiedenen Radiosendern ausgestrahlt sowie von der Fachpresse einhellig gelobt. Die dritte CD des Duos mit Werken von Alexander Gretchaninoff und Sergej Rachmaninov ist im August 2015, ebenfalls bei Kaleidos, erschienen.
Katharina Deserno trat als Kammermusikerin neben Nenad Lecic mit Sheila Arnold, Gesa Lücker, Ulrich Schütte, Victoria Kaunzner, Martin Lücker, Andreas Rothkopf, Rosanne Philippens, Gili Schwarzman, Yulia Deyneka, Ohad Ben Ari, Julia Henning, Isabel Gabbe u.a. auf.
Konzertreisen und Festivaleinladungen (u.a. Rolandseck 2015, Moments Musicaux 2014) in Europa und Südkorea, Rundfunkübertragungen u.a. im Hessischen Rundfunk, Deutschlandfunk, WDR, im ORF (Österreich), Radio South Korea und Radio Clasica (Spanien).

Moderationskonzerte, Forschung und Publikationen
Vermittlung von Musik auf der Grundlage ins Detail gehender Recherche ist Katharina Deserno ein großes Anliegen. Dabei steht stets die spannende und unterhaltsame und lebendige, aber auch geschichtssensible Vermittlung von Musik und ihren Kontexten an Menschen von verschiedenem Alter, Vorwissen, Lebenssituation und Interessen im Zentrum. Es gelingt Katharina Deserno dabei immer wieder, in ihren Konzerten eine besondere Atmosphäre zu schaffen, in der Musik aus neuen und spannenden Perspektiven individuell für jeden Zuhörer erlebbar wird. Musikwissenschaftliche und musikpädagogische Forschungsarbeit, insbesondere zu Komponistinnen und Interpretinnen bilden die Grundlagen ihrer zahlreichen Moderationsprogramme.

Es folgten Publikationen und Herausgebertätigkeiten u.a. in Üben und Musizieren (2009), Viva Voce (2009), beim Bärenreiter- und beim Schott-Verlag (2011). 2011 erschien beim Schott-Verlag ein von Katharina Deserno herausgegebenes Unterrichtswerk "Mein erstes Konzert" für junge Cellistinnen und Cellisten, das lange Zeit ein Noten-Topseller war.

Katharina Deserno wird regelmäßig eingeladen, Vorträge zu halten, Gesprächskonzerte und Workshops zu geben sowie an Podiumsdiskussionen teilzunehmen (Universität Köln, ESTA International Oxford, Summerschool Detmold, Goethe-Universität Frankfurt u.a.)

2014 wurde sie zum Doktor phil. promoviert. Ihr Buch über "Cellistinnen und die Wandlungsprozesse in der Instrumentalkunst" wird beim Böhlau-Verlag erscheinen. 

Künstlerische Leitung, Stipendien, Vernetzungen
Katharina Deserno erhielt viele Auszeichnungen und Stipendien so u.a. von der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. von Yehudi Menuhin Live Music Now. Sie ist geförderte Künstlerin der GEDOK (Gemeinschaft der Künstlerinnen), Mitglied sowie im Vorstand der ESTA (European String Teachers Association); im Mitglied im Arbeitskreises Archiv Frau und Musik e.V.; im DTKV (Deutscher Tonkünstler Verband) sowie bei Amnesty International e.V

Seit 2015 wurde sie zur Künstlerischen Leiterin von Yehudi Menuhin Live Music Now Frankfurt ernannt.

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